Zu schwer verständlich um sinnvolle Qualitätsvergleiche anstellen zu können

In der neuen Ausgabe 01/2017 des „Magazin der Schweizerischen Gesellschaft für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen“ (sQmh-Magazin) wird über unseren Fachartikel „Verständlichkeit der Texte von Qualitätsvergleichen zu Krankenhausleistungen“ (U. Sander, B. Kolb, C. Christoph, M. Emmert; Das Gesundheitswesen 2016; 78:828-234; DOI: 10.1055/s-0034-1396848) berichtet.

Fazit des sQmh-Magazins: Qualitätsberichte von Krankenhäusern sind zu schwer verständlich um sinnvolle Qualitätsvergleiche anstellen zu können. Hier gibt es Handlungsbedarf. Kommentar: Die obligatorischen Qualitätsberichte der Krankenhäuser sollen zu mehr Transparenz im Gesundheitswesen beitragen und den Patienten Entscheidungshilfen für die Auswahl von Gesundheitsdienstleistungen bieten. Wenn man diesen gesetzlichen Auftrag ernst nimmt, dann müssen die Qualitätsberichte frei zugänglich, inhaltlich korrekt, überprüfbar, allgemein verständlich und vergleichbar sein. Erst dann könnten wiederum Vergleichsportale sinnvolle Aussagen zur unterschiedlichen Qualität der medizinischen Leistung machen. Die hier untersuchten Texte erfüllten nur die wenigsten dieser Anforderungen.

Wenn Fachchinesisch Patienten abschreckt

Die Ärzte Zeitung berichtete am 10.10.2016 über den Vortrag von Uwe Sander beim Deutschen Kongress für Versorgungsforschung in Berlin. Im Artikel wird darauf hingewiesen, dass Qualitätsindikatoren  verständlich sein müssen. Denn: Patienten, welche die Begriffe in den Portalen nicht verstehen, wählen – vereinfacht gesagt – nicht das Krankenhaus, das für sie das Beste wäre. Wer die Qualitätsindikatoren und das Qualitätskonzept versteht, wählt häufiger das Krankenhaus mit der niedrigeren risikoadjustierten Mortalität.